Betriebsausflug
1979 ! Zehn Jahre nach 1968. Hat sich wirklich viel verändert?
Die "ewig alten" Kriegskameraden stehen kurz vor der Rente oder Pension. Sie haben die Zügel noch fest in der Hand. Im Glauben daran, dass die "gute alte Zeit" wiederkommen wird stehen sich die braunen Betonköpfe und ihre Gegner aus alten Tagen gegenüber. Am anderen Ende des Dreiecks die jungen Menschen, erzogen im neuen Gedankengut der 68er Generation.
Seilschaften in Niebelungentreue beherrschen die Pyramidenspitze.
Mitmachen heißt dazu gehören. Dazugehören heißt Erfolg haben.
Das Leben ist ein großer Betrug.
Die Handlung kleine Betrügereien und Mord.
Am Rande der Handlung der tödliche Faden des dritten Reichs.
Die Geschichte spielt mit Absicht nicht in den Kriegsjahren. Sie spielt im hier und jetzt. Gerade jetzt, wo sich die braune Gefahr wieder auftut.
Der Mörder ist als Synonym aufgestellt. Er verbindet früher und jetzt.
Sein Vater, ein ehemaliger Menschen-Schlächter der Nazis.
Er erfährt trotz seiner beruflischen Unzulänglichkeiten Schonung durch die alten Verbindungen seines toten Vaters. Das morden beginnt.
Dreh- und Angelpunkt ist der Blick in den dunklen Keller. Der aufsteigende modrige Geruch. Am Ende das finale Sterben. Wird es uns gelingen, das morden aufzuhalten? Kann sich Geschichte wiederholen? Und wenn, werden wir erkennen, dass es die gleiche Geschichte ist? Wie definiert man Fachismus? Es gibt keine gültige Definition! Was unterscheidet dabei das Morden im 3.Reich von einem möglichen Morden heute oder morgen? Müssen wir Angst haben? Reicht Wachsamkeit? Heißt Wachsamkeit draufschlagen? Erzeugt das erst recht den Hass? Jeder ist gefordert. Was hättest du im
3. Reich getan? Hättest du rebelliert und dein Leben geopfert? Ober wärst du zum Rädchen geworden. Jeder kann zum Mörder werden. Auch Du !
Der Rattenfänger von Neuwied
Der Roman handelt von verschiedenen Personengruppen:
1. einem Elternpaar, dessen Kind ermordet wurde
2. von einem Missbrauchsopfer mit Rachegefühlen
3. einem verurteilten Straftäter der nach Entlassung Rückfällig geworden,
nun schon wieder auf Freigang darf
3. am Rande von inhaftierten Straftätern
4. und mittendrin die Polizei, die den Geschehnissen hinterher läuft
Was passiert bei Eltern, die ein Kind verlieren. Ob durch Unfall oder wie hier durch Mord? Das Leben stürzt tief ab. Manche finden nie mehr raus. Ihr Leben endet mit dem Tod des KIndes. Zombies.
Was ist im Falle eines Mordes, wenn jemand ausrastet und Selbstjustiz übt? Wie
vor vielen Jahren im Falle Bachmeier? Wie soll die Volksgemeinschaft reagieren?
Kann das Missbrauchsopfer vergessen? Verarbeiten? Nein!
Es kommt zum ersten Mord an einem wegen Sexualmorden inhaftierten Freigänger. Der rächende Mörder löst im Leser das Gefühl der Achtung aus.
Kann man das so stehen lassen? Am Ende versucht dieser vermeintliche Held, selbst zum Ungeheuer geworden, einen Polizisten zu töten. Spätestens hier sollte der Leser mit seiner eigenen Überlegung und Meinung einsetzen. Der Held wird zum Antihelden. Er steht plötzlich im Ruf nach der Todesstrafe selbst als Mörder da.
Der Versager, dem man nichts zutraute, wird plötzlich zum einsamen Rächer.
Kann man in ihm einen Helden sehen?
Es stellt sich am Ende der Geschichte die Frage: Wie geht man mit dem ganzen um? Ist der Schrei nach Todesstrafe wirklich gerechtfertigt? Mittendrin in der Überlegung das Zitat von Nitsche am Anfang des Romans.
Was meinen Sie?
"...ein interessantes Buch, aber ......?"
"....was hat dich denn dazu bewegt, ein solches Buch zu schreiben....?"
Ist es heutzutage wirklich erforderlich, dass ein Roman, insbesondere ein Krimi, noch Inhalt haben soll? Unter Umständen sogar tiefgreifend? Zeitgeschichtlich ?
Warum eigentlich nicht. Wenn man sich die Arbeit schon macht.
Bekommt das eigentlich noch jemand mit?
Die Gespräche mit Lesern zeigen: Meistens NEIN ! Deshalb ein paar Anmerkungen dazu.